Therapiegestaltung

Wir arbeiten ressourcenorientiert und setzen bei den Stärken des Klienten an, um so sein Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten aufzubauen. Nach der Auswertung der gesammelten Daten wird für jeden Klienten im Rahmen der Teambesprechung ein Therapiekonzept erstellt, in dem festgehalten wird, welche Ziele angestrebt werden und auf welchen Wegen wir gedenken, sie zu erreichen.

Die Dauer der Lerntherapie wird von der Ausgangssituation und dem Verlauf der Therapie bestimmt. Eine Lerntherapie dauert so lange, bis sich eine positive Lernstruktur stabilisiert hat und der Klient innerhalb seines sozialen Umfeldes gelernt hat, mit eventuell auftretenden Rückschlägen konstruktiv umzugehen.

Wir bieten ein ganzheitliches Therapieprogramm an, das auf mehrkanaligem, alle Sinne ansprechendem Lernen und Erfahren basiert. Je nach Einzelfall werden Elemente aus verschiedenen Ansätzen in das Gesamtkonzept der therapeutischen Intervention integriert.

medizinisch-neurologisch begründete Elemente:

  • Förderung der Auge-Hand-Koordination
  • Verbesserung der Schreibmotorik
  • Training der auditiven und visuellen Fähigkeiten
  • sprechmotorische und Artikulationsübungen
  • multisensorielle Vorgehensweise, d.h. Einbeziehung aller Sinne in der Wahrnehmungsverarbeitung
  • Übungen zur Raumorientierung, zur Festigung des Körperschemas und zum Erkennen visuell-räumlicher Beziehungen
  • intermodaler Transfer zwischen sprachlicher und bildhafter Repräsentation
  • Funktionsübungen zur Förderung der Koordination, des Tempos und des rhythmischen Empfindens
  • Sequenzübungen zur Erfassung von Reihenfolgen
  • Training der auditiven und visuellen Speicherung


psychologisch begründete Elemente:

  • Entspannungs- und Konzentrationsübungen
  • Gesprächstherapie
  • Rollenspiele
  • Ermutigungstherapie durch Erfolgserlebnisse: (Kind da abholen, wo es ist - also weder über- noch unterfor- dern)
  • Video gestützte Analyse  des Lernverhaltens
  • verhaltenstherapeutische Elemente

pädagogisch-methodisch begründete Elemente:

  • Lautübungen - Analyse und Synthese
  • Erlernen der Lautgebärden
  • Silben- und Morphemarbeit
  • Orthographie
  • Erweiterung des Wortschatzes
  • Wortfindungsübungen
  • Übungen zum Lesetempo und Leseverständnis
  • Verbalisieren
  • Eins-zu-eins-Zuordnungen
  • Invarianz der Menge
  • Erschließen der Zahlenräume
  • Zahlzerlegung und Zahlbeziehungen
  • arithmetische Grundoperationen
  • Umgang mit dem dekadischen System
  • Rechenstrategien
  • Sachzusammenhänge herstellen
  • u. v. m.


Der prozesshaft dynamische Verlauf, der stets förderdiagnostische Elemente enthält, ermöglicht optimale individuelle Anpassung der therapeutischen Arbeit an die Bedürfnisse des zu fördernden Klienten. Die sich hieraus ergebende individuelle Methodenkombination ist ein wichtiges Merkmal der integrativen Lerntherapie.

Kooperationsgespräche mit den Eltern, Lehrern, Ärzten, Ergotherapeuten, Logopäden, Kinderpsychologen und anderen Beteiligten finden regelmäßig statt.

Ein wichtiger Baustein in unserer lerntherapeutischen Arbeit mit den Kindern ist eine enge Zusammenarbeit mit der Familie des Kindes. Das Kind kann nicht isoliert, sondern muss als Teil des sozialen Systems, in dem es sich befindet, gesehen werden. Die Arbeit mit der Familie beeinflusst in erheblichem Maße die Fortschritte des Kindes während der Lerntherapie.

Die Zusammenarbeit mit der Schule ist selbstverständlicher Bestandteil der Lerntherapie. Hierbei geht es um begleitenden Austausch mit dem Ziel, gemäß den unterschiedlichen Fördermöglichkeiten die Ressourcen optimal zu nutzen.